Kodex

Für unsere Gesellschaft wird die eigenverantwortliche und selbstbestimmte Klärung von Konflikten wesentlich an Bedeutung gewinnen. Dabei ist der respektvolle Umgang mit unterschiedlichen Interessen von größter Wichtigkeit. Ziel einer sich weiterentwickelnden Bürgergesellschaft wird es sein, Streitigkeiten frühzeitig in eigener Verantwortung direkt miteinander zu klären und eine für alle Beteiligten angemessene Lösung zu finden. Diesem Zweck dient die Mediation als bewährte Methode.

Die Stiftung gibt sich den Auftrag, das Mediationsverfahren in Deutschland zu etablieren. Ziel ist es, diese Möglichkeit und Chance der selbstbestimmten Konfliktlösung in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik bekannt zu machen und damit die Streitkultur zu verbessern und die Rechtspflege zu unterstützen sowie zu entlasten.

Die Stiftung fördert die wissenschaftliche Auswertung und Weiterentwicklung der Mediation und sucht die Zusammenarbeit auf europäischer und internationaler Ebene.

Der ehrenamtliche Mitarbeiter* der Deutschen Stiftung Mediation verpflichtet sich,

  • sein Handeln auf die neutrale Bekanntmachung von Mediation in Deutschland auszurichten, ohne andere Konfliktlösungsverfahren zu werten, und sich stets als unvoreingenommenen Informationsgeber zu präsentieren;
  • dafür einzutreten, dass Mediation als eigenständiges Verfahren zur selbstbestimmten Konfliktlösung unter Anleitung durch einen neutralen Dritten wahrgenommen und zu anderen ADR-Verfahren wie z.B.  Schlichtung deutlich abgegrenzt wird;
  • die Entwicklung von ehrenamtlich geprägten Organisationsstrukturen zu unterstützen, soweit sie dem Stiftungszweck dienlich sind;
  • Mediation als Unterstützung der jedem Menschen innewohnenden Konfliktlösungskompetenz aufzufassen;
  • einen respektvollen und wertschätzenden Umgang zu pflegen und Diskriminierungen jeglicher Form zu unterlassen;
  • das nationale Recht zu respektieren und dazu beizutragen, dieses – wo möglich – im Sinne des Stiftungszwecks weiterzuentwickeln;
  • keine Zahlungen oder Begünstigungen entgegenzunehmen, die ihm einen persönlichen Vorteil verschaffen (Korruptionsprävention);
  • keine Aktivitäten zu verfolgen, die gegen die Prinzipien der Stiftung verstoßen.

Der ehrenamtliche Mitarbeiter der Stiftung ist sich seiner Verantwortung gegenüber den Informationsempfängern bewusst und verhält sich entsprechend neutral und transparent in seinen Aussagen. Insbesondere dürfen Informationsempfänger nicht getäuscht oder manipuliert oder in Abhängigkeitsverhältnisse verwickelt werden. Die Willensfreiheit der Informierten bleibt grundsätzlich unangetastet. Zudem verpflichtet sich der Vertreter, gegenüber niemandem den Eindruck zu erwecken, Mediation sei die ausschließliche Möglichkeit der Konfliktbeilegung. Niemals trifft der Vertreter Erfolgsversprechen durch Mediation, sondern weist darauf hin, dass die Teilnahme an Mediation freiwillig ist und des Eigenverantwortungsbewusstseins und Handlungswillens der Konfliktparteien bedarf.

Ist ein Mediator als ehrenamtlicher Mitarbeiter* der Stiftung und damit in ihrem Namen und Auftrag unterwegs, so ist jegliche Werbung in eigener Sache zu unterlassen. Sollte sich im Anschluss an eine Informationsveranstaltung oder ein informelles Gespräch eine persönlich an ihn als Mediator gerichtete Anfrage ergeben, liegt es im pflichtgemäßen Ermessen des ehrenamtlichen Mitarbeiters der Stiftung, in diesem Fall ein Angebot zu unterbreiten bzw. den Auftrag anzunehmen.

Von Gesprächspartnern anvertraute persönliche Informationen sind vertraulich und gemäß den Bestimmungen des Datenschutzes zu behandeln. Sind die Daten von Interesse für die Arbeit der Stiftung oder relevant für statistische Erhebungen, verpflichtet sich der im Zusammenhang seiner Tätigkeit für die Stiftung tätige ehrenamtliche Mitarbeiter*, der Stiftung diese Daten in anonymisierter Form zur Verfügung zu stellen.

Dieser Kodex wurde vom Vorstand der Deutschen Stiftung Mediation beschlossen und ist von allen ehrenamtlichen Mitarbeitern bei Aufnahme ihrer Tätigkeit zu unterzeichnen.